Atelier Claudia und Julia Müller, Gärtnerstrasse 50, 4057 Basel
Atelierbesuch bei Claudia und Julia Müller
Claudia und Julia Müller (*1964 und 1965 in Rümlingen BL) haben ihre Ausbildung vorerst getrennt in Kursen im In- und Ausland absolviert und arbeiten seit 1992 gemeinsam in ihrem Atelier in Basel. Ihr Werk entwickelte sich aus der Zeichnung auf Papier und eroberte ab Mitte der 90-er Jahre den Raum. Riesige Wandzeichnungen verwandeln in Kombination mit Collagen, skulpturalen Objekten, Video oder Alltagsgegenständen die Ausstellungsräume in vielschichtige Erzählräume. Ausgehend von einem Fundus an medialen Bildern und Fotos haben sie ein Oeuvre entwickelt, das humorvoll und kritisch zugleich kulturelle Kontexte untersucht und Fragen nach den Mechanismen von Identitätsbildung und Prägung stellt. Dabei geht es stets um Beziehungen, Posen und Rollenspiele, um die Annäherung an den Anderen. Die Künstlerinnen schaffen mit einem anthropologisch sensibilisierten Blick bühnenartige Inszenierungen, in denen sich die menschliche Sehnsucht nach naturnahen Spiel- und Lebensformen spiegelt.
Das erfolgreiche Künstlerpaar absolvierte bereits zahlreiche Ausstellungen in bedeutenden Museen im In- und Ausland und gewann mehrere Preise, 2004 den Kunstpreis Baselland, 2011 den Kunstpreis der Basellandschaftlichen Kantonalbank.
Anmeldung bis 12. Juni 2012, Teilnehmerzahl beschränkt

Claudia und Julia Müller
Amselstrasse 11 und 13, 4059 Basel
Doppel-Atelierbesuch
Atelierbesuche bei der Kunstmalerin Maria Rolly
und der Künster-Forscherin Kathrin Spring
Geboren 1925 in Basel verbrachte Maria Rolly ihre Jugend im Tessin und Baselland und absolvierte eine kaufmännische Ausbildung. 1965 begann sie als Autodidaktin zu malen und nimmt seither regelmässig an Einzel- und Gruppenausstellungen im In- und Ausland teil. Ihre gegenständlichen farbfrohen Gemälde zeugen von einer hohen Sensibilität und sind voller Poesie. Höhepunkte ihres Schaffens waren eine Ausstellung im Musée d’Art Naif Max Fourny, Paris und 1993/94 die Gestaltung eines ganzen Raumes in der Kunsthalle Basel auf Einladung von Dr. Thomas Kellein.
Ganz anders die Künstlerin Kathrin Spring. Auch sie startete ihre Ausbildung als Malerin in der Schule für Gestaltung, Basel und leitete lange Zeit eine Malschule. Ab 1998 geht die Künstlerin eigene Wege: Sie begann Farben aus Pflanzen als Malmittel zu erforschen und Farbpigmente eigenhändig aus Blüten und Rinden im Labor unter Zusatz von Metallsalzen zu gewinnen. Sie erhält so eine erstaunliche Vielfalt an Nuancen wie beispielsweise Rottöne aus Birkenrinde oder Gelbtöne aus Färber-Ginster. Diese Farben dienen ihr als Grundlage für zarte Bilder, welche eine wohltuende Ruhe ausstrahlen.

"Carolath's Huus", Maria Rolly

Kathrin Spring
Haltingerstrasse 36, Basel
Atelierbesuch bei Silvia Bächli
Es freut uns sehr, Ihnen dieses Jahr einen Atelierbesuch bei der Basler Künstlerin Silvia Bächli (*1956) anbieten zu können. Ihr Werk ist von überregionaler und internationaler Bedeutung. 2007/08 widmete ihr das Centre Pompidou in Paris eine grosse Ausstellung und 2009 bespielte sie den Schweizer Pavillon an der Biennale von Venedig.
Silvia Bächli arbeitet mit der Zeichnung, deren lange Tradition sie auf mögliche gegenwärtige Verfassungen befragt. In den jüngeren Arbeiten sind Farbtöne hinzugekommen und zeigten bislang unbekannte Nuancen.
Ihr zeichnerisches Werk hat Frau Bächli in wechselnden Formaten und Techniken über drei Jahrzehnte hin kontinuierlich entwickelt. Zeichnen ist für sie eine Bewegung des Sehens, der leisen Abweichungen und Verschiebungen im Gravitationsfeld ungerichteter Aufmerksamkeit auf Dinge und Traumnahes. Dabei ereignen sich nicht nur malerische Momente, oft scheint auch ein filmischer Blick auf Körper, Dinge und Landschaften, Gesten, Strukturen oder Verläufe wie angehalten einzufangen.

studio view 2008, Foto: Silvia Bächli
Atelierbesuch bei Snues A. Voegelin
Snues A. Voegelin ist in Riehen aufgewachsen und besuchte die Hochschule für Gestaltung in Basel. Seit 1973 ist er freischaffender Künstler; im Zentrum seiner Tätigkeit steht die Malerei. Die Vielzahl seiner Bilderzyklen legen davon Zeugnis ab. Werkaufenthalte in Frankreich, Deutschland, Kanada und Italien haben sein Schaffen bereichert und seine Kreativität angeregt, so auch zu Arbeiten mit Glas, Holz und Metall zur Erschaffung von Skulpturen. Dank seiner Vielseitigkeit und Neigung zu interdisziplinärem Arbeiten wird er auch zum Illustrieren für Printmedien, Entwerfer von Bühnenbildern und zur künstlerischen Gestaltung von Bauwerken engagiert.
Voegelins Interesse für andere Kunstrichtungen wie Musik, Tanz und Literatur prägt sein Werk. So beschäftigt er sich seit 1991 intensiv mit Kompositionen, mit Musiktheorie und Poesie. Einige seiner Gemälde basieren z. B. auf Gedichten von Paul Celan oder Kompositionen von Rossini, Mozart, Strawinsky oder Strauss. In den letzten Jahren inspirieren ihn zeitgenössische Musiker wie der Riehener Komponist Jacques Wildberger, Freddy Mercury, Wolfgang Rihm, Luigi Dallapiccola, Bruno Maderna, Luigi Nono oder Helmut Lachenmann.

Künstlerhaus Mörsbergerstr. 54/ H.H., 4057 Basel
Atelierbesuch bei Helen von Burg
Die Kunstmalerin Helen von Burg stammt aus Fribourg/ i.Ue. und absolvierte von 1977 - 79 eine künstlerische Ausbildung an der Schule für Gestaltung, Basel. Danach durchlief sie am Theater Basel eine Lehre als Kulissenmalerin, was ihr weiteres Werk stark geprägt hat. In Studienaufenthalten in Mailand und Rom vertiefte sie diese spezielle wie auch die allgemeine Kunstrichtung und beteiligt sich seit Mitte der 80-er Jahre an Ausstellungen im In- und Ausland. 1988 erhielt sie den Kunstpreis der r&m Bleylerstiftung Basel.
Farben in ihrer Schönheit und im Zusammenwirken aufeinander sind das prägende Element im Schaffen der Künstlerin. Sie selbst sagt zu ihren Serien von Klangbildern, in welchen Farbstreifen vertikal oder horizontal gesetzt sind, das Eigenleben der Farbe befreie diese vom Anspruch, etwas anderes darzustellen als sich selbst. Folgerichtig erstellt sie auch Farbkonzepte für Architekten und malt auch grossformatige Bilder, in denen Farben man beinahe physisch eintauchen kann.

Atelier Francis Béboux
Atelierbesuch bei Francis Béboux
Der 92 jährige Metallplastiker Francis Béboux stellt sein Lebenswerk vor
„Nichts macht mich glücklicher in der Arbeit, als meine Gefühle preiszugeben! Pröbeln, versuchen, riskieren, erfinden ist meine grosse Passion. Konstruieren, aufbauen zu einer seelischen Empfindung sind immer meine Wünsche, mein Glaube. Ich lasse mich ohne grosse Skizze von meinem Inneren führen.“
Mit diesen Worten beschreibt Francis Béboux seinen eigenwilligen Weg vom einfachen Briefträgersohn zum versierten Metallkünstler. 1915 in Neuallschwil geboren, weckte bereits als Junge das Zuschauen in einer Schreinerei, einer Spenglerei und einer Autoreparaturwerkstatt sein handwerkliches Geschick und er entwickelte sich alsbald zum Maler, Bildhauer und ab etwa 1960 zum versierten Metallplastiker. Aus eigener Kraft, durch Selbststudium und ständiges Arbeiten bildete er sich weiter, erwarb sich Anerkennung. Seine unzähligen kleinen und grossen Werke sind von einer beeindruckenden Urwüchsigkeit. Béboux arbeitet von innen nach aussen, beginnend im Kern. Seine Kunst hat sakralen Charakter, im innersten Gehalt sind ihre Motive in Metall geschweisste Ikonen.
1995 wurde Francis Béboux der Allschwiler Kulturpreis verliehen.
Treffpunkt: Narzissenweg 2, Allschwil

Aula Margarethenschulhaus, Binningen
Atelierbesuch einmal anders: Monica Studer und Christoph van den Berg
Die bekannten Videokünstler Monica Studer (*1960) und Christoph van den Berg (*1962), welche seit 1990 in Basel gemeinsam leben und arbeiten, präsentieren Arbeiten mit neuen Medien und stellen dabei die ungeahnten Möglichkeiten dieser neuen Techniken für den künstlerischen Ausdruck vor.

Monica Studer und Christoph van den Berg
Leuengasse 4, 4057 Basel
Atelierbesuch bei Thomas Ritz
Für den Kunstverein ist Thomas Ritz kein Unbekannter, hat er doch schon vor Jahren mit seinem Atelier für visuelle Gestaltung das Logo
des Vereins kreiert und im vergangenen Jahr für den Musikzyklus „Binningen klingt“ den prachtvollen farbigen Flyer und die Eintrittskarten geschaffen. Hauptberuflich jedoch ist Thomas Ritz freischaffender Künstler und hat von 1982 – 87 eine Ausbildung an der Hochschule für Gestaltung, Basel absolviert. Seither lebt und arbeitet er in Basel und hat an zahlreichen Gruppen- und Einzelausstellungen teilgenommen. Nebst mehreren Ankäufen erhielt er 1999 den Kleinbasler Kunstpreis .
Thomas Ritz malt zur Hauptsache in Oel, sucht aber stets nach neuen Techniken wie etwa Oel und Kreide auf Wachs oder auf Glas. Er arbeitet mit Symbolen, Zeichen und Motiven, die er aus den verschiedensten Quellen holt. Er verbindet Gegenständliches mit Abstraktem; dem Betrachter seiner oft grossformatigen Werke erscheinen die Bilder wie ein Geheimnis. Da ein Kopf, dort eine Hand, losgelöst vom Körper, oder ein paar Buchstaben im Raum. Die Bilder strömen eine Ruhe aus und haben dennoch etwas Unheimliches an sich; der Mensch in seiner Zerrissenheit ist sein beherrschendes Thema. Ein Zitat des Basler Publizisten Roland Merk mag das Werk Thomas Ritz etwas näher verdeutlichen:
„Wie Rätsel sprechen einen die Bilder Thomas Ritz an, und wie Rätsel geben sie auch die Richtung ihrer Lösung, doch wer da glaubt, ein für allemal ein Bild verstanden zu haben, geht fehl an der konstruktiven Offenheit dieser Werke. Immer wieder von neuem fordern sie den Betrachter heraus, immer wieder von neuem kehren sie ein anderes Gesicht hervor – doch genau dies ist eine der Zentralen dieses Qeuvres: Der Künstler deutet die Dinge und Sachverhalte nur an, er reisst sie aus dem gewohnten Lebenszusammenhang und bringt sie in eine neue Konstellation. Die versammelten Details und ikonographischen Anspielungen schiessen in ein Ganzes über, das mehr als seine Teile ist. Die Bilder gewinnen so ein eigenes Leben, eine zweite Natur. Sie beginnen unter den Augen des Betrachters leibhaft zu oszillieren zwischen Angedeutetem und ihrem Ueberschuss - sie schlagen, um es mit einem schönen Ausdruck Theodor W. Adornos zu sagen, selbst die Augen auf.“

Atelier von Thomas Ritz
Kronenmattsaal Binningen
Marischa Burckhardt
Landschaftsinstallationen von Marischa Burckhardt - Vortrag
Zum neuen Jahr laden wir Sie herzlich ein zu einem ca. einstündigen Dia- und Videovortrag der Basler Malerin und Performance-Künstlerin Marischa Burckhardt, in welchem sie uns über ihre zahlreichen Landschaftsinstallationen in aller Welt von Schottland bis Australien berichten wird.
Marischa Burckhardt wurde 1927 als Tochter russischer Emigranten geboren und siedelte via Kanada in die Schweiz über. Erst nach der Erziehung ihrer zwei Kinder fand sie sich mit dem Erproben verschiedener Materialien zum gestalterischen Ausdruck. Erst beschäftigte sie sich mit Wandreliefen aus selbstgefärbten Stoffen, mit Papierarbeiten und Kleinskulpturen aus diversen Materialien. Nach und nach wurde für sie die Photographie als Dokumentation ihrer Auseinandersetzung mit der Umwelt immer wichtiger. Auf ausgedehnten Reisen u.a. nach Lanzarote, Aegypten, Schottland, Australien und in die USA werden Objekte aus Eisen, Stahl und Drahtnetzen, stellvertretend für sie selbst in menschenleeren Gegenden installiert, z.B. auch als „Wüstenzeichen“ in der Sahara. Diese als mystisch erlebten Momente hält sie mit Fotografie und Video fest. In der Folge beginnt sie in Ergänzung zur Fotografie Aluminiumtafeln in seriellen Folgen mit Oelfarbe zu übermalen, wobei das Foto während dem Malprozess in seine verschiedenen Farbtönungen zerlegt wird. Es entstehen so spannende Serien, z.B. über New York, Venedig oder „San Francisco on My Mind“, oder aber auch einfach aus Fundobjekten an der Uferböschung des Rheins. Die neueren Arbeiten in Oel auf Leinwand zeichnen sich durch eine enorme Farbkraft aus

Reflections on Stone Age man
Marischa Burckhardt
Clava Cairns, Scotland 1988
Allmendstrasse 105, 4058 Basel
Atelierbesuch bei Ludwig Stocker
Ludwig Stocker, 1932 in Herisau geboren, absolvierte von 1949 – 1954 eine Bildhauerausbildung bei Wilhelm Meier und Josef Büsser, St. Gallen sowie an der Accademia di Belle Arti, Rom; seit 1956 lebt und arbeitet er in Basel. Eine rege Ausstellungstätigkeit im In- und Ausland sowie zahlreiche Werke im öffentlichen Raum zeugen von seiner enormen Schaffenskraft.
Ludwig Stocker ist hauptsächlich durch seine drei-dimensionalen Arbeiten bekannt geworden, für die er besonders in jüngster Vergangenheit den grössten Teil seines Schaffens aufgewendet hat. Weniger bekannt sind seine Zeichnungen, Collagen und Malereien, welche für ihn primär nur einen Zweck verfolgen: etwas darzustellen, was sich mit plastischen Mitteln nicht ausdrücken lässt. Die Bildhauerei kann sich nur in der definierten Form ausdrücken, die Zeichnung und Malerei hingegen auch in der Andeutung von Überrealem, Nichtfassbarem. Ludwig Stocker ist ein grandioser Steinbildhauer, kann aber auch Holz und Styropor bearbeiten, beherrscht die subtraktiven Materialbearbeitungen wie auch die additiven Verfahren des Modellierens sicher. In seinen neueren Werken tauchen häufig integrierte, figürliche Marmorskulpturen auf.
Kunstwerke schaffen heisst für Ludwig Stocker Gegensätzliches vereinen. 1975 hat er hierzu einen exemplarischen Text geschrieben, der die Weite seines Weltbildes und die spannungsvollen Verhältnisse zwischen den von ihm hoch geschätzten Geistesgrössen zum Inhalt hat:
„Im Chaos erkenn ich mich wieder
Im Logos erkenn ich mich wieder
In der mythischen Vorwelt, im Weltbild der Babylonier, Achämeniden, Mesopotamier, Aegypter, Kreter Römer erkenn ich mich wieder
Pythagoras, Phydias, Jesus Christus, Byzanz, Plotin, im Mittelalter, San Francesco, Villard de Honnecourt, Ficino, im Manierismus, Giulio Romano, Kepler, Bernini, Antoni Gaudi,Teilhard de Chardin, Charles Ives, Beuys, Borges, in Deinem Gesicht, im Weltbild meiner Väter erkenn ich mich wieder
Im Wiedererkennen erkenn ich mich wieder“